Liebe Erzieher, liebe Kinderpfleger, Sozialassistenten, Sozialpädagogen Integrationshelfer, Tagesmütter und Väter, liebe Kollegen und Kolleginnen,

 

Ihr seit nicht nur Spielpartner, Freunde, Vertraute, Gesprächspartner, Entwicklungshelfer, Servicekräfte, Krankenschwestern (und Brüder), Motivationskünstler, Toilettentrainer, Ernährungsberater, Elterncoach, Geschichtenerzähler, Alleinunterhalter, Streitschlichter, Matschhosenanzieher, Schuhsucher, Windelwechsler, Sprachförderkräfte, Kreativ Designer und Rotznasen Abwischer, nein ihr seit Zukunftserbauer!

Ihr legt einen wichtigen Grundstein in der Entwicklung eines jeden Kindes, das „durch Eure Hände“ geht. Wie lange seid ihr schon in Eurem Beruf? Wie viele Kinder waren es und wie viele werden es noch werden? An die Erlebnisse mit Euch werden sich diese zukünftigen Erwachsenen ein Leben lang erinnern. Ihr prägt ihre Haltung zum Leben und zu anderen Mitmenschen erheblich mit.

Ihr seit Multiplikatoren für Werte die die Menschlichkeit, eine friedvolles Miteinander und einen rücksichtsvollen Umgang mit der Welt aufrecht erhalten.

Keiner kann die ganze Welt retten, keiner kann alle Menschen zufrieden stellen, niemand ist überall beliebt, jeder ist nichts weiter als ein Mensch. Ein Mensch mit Stärken und Schwächen. Geduldsfäden dürfen auch mal reißen, man muss auch Nein sagen, Dinge vergessen ist menschlich, etwas nicht wissen ist möglich, Gefühlen vertrauen ist erlaubt und Grenzen setzten ist manchmal nötig, bei Kindern und bei Erziehungsberechtigten!

Als Zukunftserbauer und Verantwortungsträger habt ihr eine ganz schöne Last zu tragen.

Wenn ein Haus gebaut wird, muss erst ein gutes, tragendes Fundament geschaffen werden. Eure fundierte Ausbildung, Eure Haltung zum Kind, Euer Konzept und die Räume, die Ihr für die Kinder schafft und gestaltet, sind Euer Fundament.

Als nächstes wird das Material für den Hausbau geliefert. Ihr nehmt alle Steine mit Freude und Liebe auf, egal von welcher Farbe, welcher Form und welcher Größe sie sind, ob sie kleine Risse oder Absprünge haben, Ihr findet einen Platz für jeden und baut ihn so ein, dass er sich wichtig und gebraucht fühlt. Dabei müsst Ihr natürlich alle Bauvorschriften, die Pläne des Architekten und des Bauherrn beachten.

Und so schleppt ihr Stein für Stein und verbaut ihn. Manche sind echt schwer und ihr müsst Euch ganz schön abmühen, manche fliegen fast von selbst an ihren Platz, manche hüpfen wie Flummis von Lücke zu Lücke. In jedem Fall ist keiner wie der Andere, alle müssen individuell behandelt werden. Ihr baut bei Sonnenschein und bei Regen, bei Hitze und bei klirrender Kälte, immer hoch motiviert mit dem Ziel, ein solides Haus zu erschaffen in dem man es ein ganzes Leben lang aushalten kann und das möglichst autark ist.

Bauherren auf einer echten Baustelle sind übrigens dafür bekannt genaue Vorstellung vom Endprodukt zu haben, aber manchmal nicht genügend fachliche Kompetenz, um zu wissen was zu welchen Zeitpunkt am sinnvollsten ist, was machbar ist und was eben nicht! Aber da gibt es ja zum Glück keine Parallelen zu Eurem Beruf!

Auch Architekten sind auf dem Bau nicht immer beliebt. Die Maurer behaupten, sie können nur vom Schreibtisch aus auf dem Papier planen, hätten aber keine Ahnung von der tatsächlichen Arbeit. Wenn man das Wort Architekt durch Träger austauscht, könntet ihr Euch vielleicht in dieser Aussage wieder finden.

Ich habe Euch schon fünf mal ein Häuschen in Auftrag gegeben. Das Material war nicht immer leicht zu händeln aber ihr habt gute Arbeit geleistet. Vielen Dank dafür. Und entschuldigt bitte, wenn ich Eure Arbeit kritisiert habe, mir das gesunde Essen nicht gesund genug war, ich fand, dass ihr Dinge erlaubt habt, die verboten gehören und Dinge verboten habt, die erlaubt gehören. Ich hatte ja keine Ahnung, dass Eure Entscheidungen ihre Gründe hatten.

PS: Und wer glaubt ich habe mich hier auch selbst beweihräuchert, dem kann ich nur zu stimmen.

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