Warum ich nicht an den Zufall glaube, sondern an Gott!

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Der Zufall ist eine kleine graue Gestalt voller Bosheit und Desinteresse. Ihm ist egal was mit mir war, was mit mir ist und was mit mir sein wird. Er kennt die Liebe nicht und tut nichts mit ihr an der Seite. Der Zufall macht einfach. Ohne Sinn und Verstand.

Er lässt Schlüssel verschwinden und lacht sich schlapp weil wir verzweifelt danach suchen. Wir sind uns sicher sie dort auf das Tischchen gelegt zu haben. Suchen alle Taschen durch, kriechen unters Sofa, öffnen alle Schubladen, suchen im Keller, suchen in der Waschmaschine. Nichts! Dann suchen wir wieder alle Taschen durch, auch von den Hosen die wir seit Wochen nicht an hatten, wir kriechen unters Sofa, wir öffnen noch einmal alle Schubladen, suchen im Keller, suchen in der Waschmaschine. Nichts! Und dann, wenn wir die Suche resigniert aufgeben wollen, fällt unser Blick hoffnungslos und eher zufällig auf das Tischchen, auf dem er eigentlich hätte liegen sollen. Und da ist er, der Schlüssel. Ausgebreitet liegt er da, ganz offensichtlich und glänzt vor sich hin, als hätte er nie etwas anderes getan und schon immer dort gelegen. Aber das hat er nicht. Der Zufall hatte seine fiesen Finger im Spiel. Heimlich hat er eine Zeitung darüber geschoben oder ihn unsichtbar gemacht. Was weiß denn ich über welche gemeinen Mittel der Zufall verfügt. Ich glaube ja nicht an ihn.

Der Zufall lässt dich zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Du hättest eigentlich erst morgen dort sein sollen, aber weil der Zufall es so wollte bist du schon heute da und deswegen bekommst du das schlechtere Hotelzimmer und keinen Kaffee, weil die Kaffeemaschine kaputt ist und erst morgen wieder repariert wird. Den Menschen, der die Liebe deines Lebens hätte werden können verpasst Du, weil der Zufall es so wollte, dass er erst morgen hier ist. Dann bist Du schon ab gereist, weil der Zufall es so wollte, das Dein Termin früher endete als geplant und Du dein Ticket für Morgen Abend auf Morgen früh umbuchen konntest. Scheiß Zufall!

Gott ist in meiner Kinderfantasie ein alter Herr mit langen weißen Haaren und Bart, der immer ein freundliches lächeln auf den Lippen hat. Er trägt eine weißes wallendes Gewand und sitzt auf einem riesigen Thron. Was er an den Füßen trägt weiß ich nicht, da habe ich noch nie drauf geachtet. Er sitzt vor einer riesigen Wand mit tausenden von Bildschirmen und mittels einer Fernbedienung zappt er sich in unser Leben und schaut z.B, was die kleine Tanja so macht.

Als Erwachsene habe ich gelernt, dass man sich von Gott kein Bild machen darf und inzwischen glaube ich auch, dass er eine ausgefuchstere Methode hat, um auf die Welt zu schauen, als die der Bildschirmtechnik. Aber an den freundlichen, bedingungslos liebenden Gott, der mich kennt und weiß was ich brauche und alles für mich tut, glaube ich noch immer.

Und das ich den Schlüssel nicht sofort gefunden habe, könnte ja daran liegen, das ich später los fahren sollte, weil ich sonst genau in dem Moment in die Straße eingebogen wäre in dem ein Kind über die Fahrbahn rennt um seinem weg gerollten Ball wieder ein zu fangen. Das ich schon heute ankomme statt morgen, könnte zwar zur Folge haben, dass ich das weniger schicke Hotelzimmer bekomme. Aber in dem, welches eigentlich für mich vorgesehen war, gibt es vielleicht in der Nacht einen Rohrbruch und ich wäre vom Hausmeister aus dem Schlaf gerissen worden. Dann hätte ich am nächsten Morgen verschlafen, und meinen Termin verpasst. Die vermeintliche Liebe des Lebens ist eigentlich ein ziemlich fieser Typ, verheiratet und vier Kinder, der seine Frau ständig betrügt oder ein Killer, der Menschen kaltblütig in Hotelzimmern erledigt. Aber nur die, die Kaffee getrunken haben, das kann der riechen! Mir kann nichts passieren, ich hatte keinen, die Kaffeemaschine war ja kaputt. Endlich zu Hause angekommen von diesem scheiß Trip voller Zufälle, die mir das Leben schwer gemacht haben höre ich dann vielleicht in den Nachrichten, dass das Flugzeug, mit dem ich eigentlich geflogen wäre, abgestürzt ist. Scheiß Zufall oder doch vielleicht Gott?

Allerdings ist es oft schwer, darauf zu vertrauen, dass er den richtigen Weg für mich kennt, weil ich oft meine, es besser zu wissen. Ich weiß, dass mein Blick maximal bis zum Horizont geht, aber seiner weit darüber hinaus. Und mit diesem Weitblick lässt sich alles viel besser überschauen.

Ich hatte tatsächlich einige Momente in meinem Leben, in denen ich ziemlich sauer war mit Gott, weil es nicht so lief, wie ich mir das gedacht hatte. Einige Male hat er mir auch ganz schön was zu gemutet. Und das, was ich Gott dann so an den Kopf geknallt habe wäre sicher nicht als Psalm in der Bibel abgedruckt worden.

Einige Zeit später musste ich dann oft beschämt feststellen, dass es gut war, wie es war, und das es mich in echte Schwierigkeiten gebracht hätte, wäre es so gelaufen, wie ich es mir gewünscht hatte. Aber im demütigen entschuldigen bei Gott bin ich zum Glück Meister und ich weiß das er mich immer wieder zurück in seine Arme nimmt. Immer wieder!

Und wem jetzt die Frage auf der Zunge liegt, warum er soviel Unglück, Krankheit und Leid zu lässt, warum Menschen sterben müssen und andere Leben dürfen, dem muss ich sagen: Ich weiß es nicht, aber wenn ich ihm eines Tages gegenüberstehe frage ich ihn danach. Vielleicht ist das aber auch nicht mehr nötig, weil ich dort, wo ich ihn treffen werde, auch über den Horizont hinaus sehen kann.

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