120 Tage vegan, und welche positiven Veränderungen das mit sich gebracht hat

2017-18-09-16-44-32

Heute auf den Tag genau ernähre ich mich 120 Tage vegan.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich es durchhalten würde, denn es gab zuvor etliche Versuche, tierische Produkte, von meinem Speiseplan, zu streichen.

Ich befasse mich schon immer gerne und viel mit gesunder Ernährung, und nach sechs Jahren Vegetarismus, und einem einjährigen Rückfall, schien mir die vegane Lebensweise, für mich persönlich, erstrebenswert. Allerdings, scheiterten Versuche in dieser Richtung, meist innerhalb der ersten 24 Stunden.

Die Wende brachte eine Dokumentation mit dem Namen „What the health“. Ich hatte schon oft, erschreckende Bilder aus Massentierzuchtanlagen und Schlachtereien gesehen, die aber nie eine Langzeitwirkung bei mir hinterließen.

Aus den Augen, aus dem Sinn. So ist es ja bei uns Menschen häufig.

Ich weiß nicht warum, aber einige Bilder dieser Dokumentation, haben sich in mein Hirn eingegraben, so das mir jeglicher Appetit auf tierische Produkte vergangen ist.

Auf Fleisch verzichten, war kein großes Problem für mich, aber Abschied von Käse, Quark und anderen Milchprodukten, Schokolade und Eis,das war eine Herausforderung für mich, und schien mir ein Leben voller Verzicht zu prophezeien.

Die Berichte anderer Veganer, sich klarer, wacher, vitaler und gesünder zu fühlen, hörten sich wie tolle Versprechungen an. Aber würden sich all die positiven Aspekte auch bei mir zeigen, oder waren sie vielleicht sogar Einbildung und Schönrederei?

Ich ließ es auf einen weiteren Versuch ankommen. Klar war, dass ich meine gesamte Ernährung umstellen musste. Viel mehr Gemüse und Obst, weniger Zucker, Abschied von meinem Energielieferanten Cola, weniger weiße Mehle, kein industriell verarbeitetes Essen mehr.

Ein schwieriges Unterfangen, bei einem 7 Personen Haushalt. Nur meine große Tochter machte mit. Der Rest wollte echte Wurst, und Milch von der Kuh, und nicht vom Hafer-Tier!

Ich will niemanden missionieren, mich aber auch nicht, für meine persönliche Entscheidung, rechtfertigen müssen.

So gibt es für mich, und meine Tochter, eben oft ein veganes Extra Würstchen! Was ich aber bei Einladungen, von Mitmenschen überhaupt nicht erwarte oder voraussetzte. Da bin ich noch im Zwiespalt nicht unhöflich sein zu wollen, und die Mühen des Gastgebers zu respektieren, aber meiner Entscheidung treu bleiben zu wollen.

Aber, siehe da, beim Einkauf, und probieren, stelle ich fest, es gibt viele leckere Alternativen, zu alt bewerten Lebensmittel, die mich genauso glücklich machen können.

Mein Ersatz für Kuhmilch, ist Hafermilch geworden, die in meinen morgendlichen grünen Smoothie kommt, in meinen schwarzen Tee, und mit der ich mir einen prima Milchkaffee machen kann.

Die Butter wurde ausgetauscht gegen Alsana Bio- Margarine, und funktioniert auch im Kuchenteig.

Eier pur essen, musste ich noch nie. Beim Backen ersetzte ich sie, durch Eiersatz Pulver, oder (ein Eßl pro Ei). Unsere Eier kommen zwar ausschließlich von unseren eigenen drei Hühnern, die wirklich ein sehr glückliches Hühnerleben in unserem Garten führen, aber es schien mir nicht konsequent, sie weiter zu essen. Außerdem stellen sie ernährungs- technisch keine Bereicherung für den Menschen da.

Schokolade, und Schokocreme fürs Brot, gibt es in leckerer, veganer Form (leider auch extra teuer!). So lecker, dass die Nichtveganer in unserer Familie sie gerne mal weg futtern.

Fürs Brot, habe ich auch, einige leckere Pflanzenaufstriche gefunden. Wer genaueres Wissen will, kann mir einen Kommentar da lassen, und bekommt mehr Informationen.

Von der leckeren, und preisgünstigen veganen Remoulade, von Edeka Bio, hatte ich schon mal berichtet, und von Kühne gibt es jetzt eine ebenfalls vegane Version Sylter Salatsoße. Allerdings glaube ich, die mussten schon tief in die Trickkiste der Chemieküche greifen, um das so hin zu bekommen.

Es macht mir Spaß, nach Alternativen zu suchen, und ich freue mich jedes mal wie Bolle, wenn ich etwas leckeres gefunden habe. Nur, ist Einkaufen nicht mehr mit der Fahrt zu einem Supermarkt erledigt. Das Eine gibt es nur im Bio- Laden, das Andere in dem Supermarkt, und das nächste Produkt im anderen Supermarkt. Ohne Frage ist es aufwendiger geworden, Nahrung zu besorgen, und teurer.

Kosmetikartikel finden sich auch in veganer Form, z.B. bei meiner Lieblingsdrogerie dm. Und von der Hauseigenen Naturkosmetik Marke alverde, sind sie auch für eine Großfamilie bezahlbar.

Und ich kann, tatsächlich, von einigen positiven Aspekten berichten, die ich auf die Ernährungsumstellung schieben möchte.

Seit meiner Pubertät, leide ich unter Akne, die sich mit fortschreitendem Alter in eine Altersakne (Rosecea) verwandelte. Ich hatte immer Pickel. IMMER!

Bis jetzt! So ein schönes Hautbild, wie jetzt, hatte ich noch nie. Keine Entzündungen mehr, keine eitrigen Pusteln, keine roten Wangen und keine rote „Säufernase“ mehr

Seit dem Sommer, habe ich fünf Kilo Gewicht verloren. Ab vierzig, ist es nicht mehr so leicht, ab zu nehmen, und so mancher Diätversuch war erfolglos. In den letzten 120 Tagen habe ich keinen Tag gehungert, und trotzdem ab genommen.

Ja, und es ist nicht nur daher geredet. Ich fühle mich tatsächlich vitaler und wacher.

Das war aber nicht vom ersten Tag an so. In der Phase der Umstellung, war eher das Gegenteil der Fall. Ich fühlte mich schlapp und hatte oft Kopfschmerzen.

Vielleicht war es der Entzug, von den vielen, schönen, geheimen Zutaten, der Nahrungsmittelindustrie. Vielleicht, musste sich mein Körper erst an die neue Ernährung gewöhnen. Fakt ist, dass ich früher aufstehe, leistungsfähiger bin, unternehmungslustiger und kreativer. Und selbst wenn es ein Placeboeffekt ist, empfinde ich ihn als sehr positiv.

Ein Unterstützer vom Coca Cola Konzern zu sein, lag mir schon lange schwer im Magen, wahrscheinlich genauso schwer, wie die Cola selbst.

Ich möchte keinen Konzern mit meinem Geld unterstützen, der das Grundrecht der Menschen mit Füßen tritt und rücksichtslos, die Grundlage des Lebens, Wasser, durch seine Privatisierung zu einem Milliarden Geschäft macht.

Meine Alternative kommt aus dem Bioladen. Bio Zisch, und Now, stellen neben anderen, leckeren Limonaden, eine sehr gute Cola her. Ein Laster muss der Mensch ja haben.

Wer denkt, dass meine lächerliche Kaufentscheidung, so einen Multimilliarden Konzern nicht kratzt, der sollte bedenken, dass die sogenannten Ökos, Vegetarier, und Veganer, noch vor zehn Jahren, als Spinner und Ausnahmeerscheinungen abgetan wurden.

Sieht man sich jetzt in den Geschäften um, so kann man sehen, wie viel Bio- Produkte inzwischen angeboten werden, und wie viele Verpackungen die Aufschrift „vegan“ oder „vegetarisch“ tragen.

Den Grundstein für diese Entwicklung haben Menschen gelegt, die lange belächelt wurden. So egal kann den Konzernen, die Kaufkraft dieser „Spinner“, ja doch nicht sein.

Mein Fazit nach 120 Tagen veganer Ernährung:

Es geht mir ausgezeichnet, ich fühle mich gut und gesund, und ich muss keinen Verzicht üben

Es gibt für mich also keinen Grund damit auf zu hören.

Und um mit den Worten von Antonio Marcipane zu schließen:

„Geh du, wo du gehst, i geh, wo i geh !“

2 Kommentare zu „120 Tage vegan, und welche positiven Veränderungen das mit sich gebracht hat

  1. Wie lange hat die Umstellung gedauert, und wie übersteht man diese Zeit ohne Rückfällig zu werden?

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    1. Hallo zuhauseamsee, ich habe vorher mehrere Versuche gestartet, die sehr schnell gescheitert sind. Dann habe ich die Doku „What the Health“ gesehen und einige Bilder waren so eindrucksvoll, das ich kein Verlangen mehr nach Käse oder Milch hatte. Ich musste mir nur vorstellen, welche Substanzen sich da noch in den Milchprodukten befindet! Inzwischen habe ich keine Lust mehr auf den früher so geliebten Käse. Aber manchmal ist es anstrengend nach etwas zu Essen zu suchen, im Restaurant oder z.B. auf dem Weihnachtsmarkt! Wenn du es probieren möchtest, dann setzte dich nicht unter Druck. Lass erst mal einzelne Nahrungsmittel weg und ersetze sie durch alternative Produkte. So kannst du dich langsam an die vegane Ernährung ran tasten. Und denk daran, du machst die Regeln für deine Ernährung, niemand sonst. Wenn du Lust nach etwas mit Milch oder Ei verspürst, dann gönne es dir lieber bevor du die Flinte ganz ins Korn wirfst. Wenn diese Art der Ernährung etwas für dich ist, dann wird deine Lust auf Milchprodukte und Ei verschwinden. Ich z.B. esse weiter Honig und lebe gut damit. Liebe Grüße

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