Was, wenn wir sie einfach Kind sein ließen?

2017-16-10-18-52-34

Was, wenn wir sie einfach in die Arme nähmen, wenn sie weinten,

ihnen unsere Nähe gäben, und es auch so meinten?

Was, würden wir sie immer bei uns sein lassen,

schlaflose Nächte akzeptierten, statt sie zu hassen?

Was, wenn wir sie barfuß über Wiesen laufen ließen,

was, dürfte sich der Schlamm über ihren gesamten Körper ergießen?

Was, wenn sie auf Bäume klettern dürften,

und wir unten stehen, applaudierend?

Ihnen zu rufen, wie großartig sie das machen.

Und sollte ein Ast dann doch mal krachen,

so machten wir unsere Arme weit,

wären, sie auf zu fangen, bereit.

„Pass auf, gleich fällst du!“ würden wir nicht sagen.

„Wie kann ich dich unterstützen?“ statt dessen fragen.

Was, würden wir ihnen unser Vertrauen schenken,

statt mit Plastik Spielzeug ihre Aufmerksamkeit ab zu lenken?

Und Zeit, könnte ein Geschenk noch sein.

In großen Mengen, unverplant und rein.

Zeit, zum spielen, träumen, und Faxen machen,

bis die Bäuche weh tun, vor lauter Lachen.

Was, wenn wir sie traurig sein ließen, wenn ihnen danach währ,

nichts klein redeten, viel es uns auch noch so schwer?

Wenn wir sie einfach hielten, ganz fest und still,

weil jede Angst durchlebt werden will.

Das Monster unterm Bett, die Dunkelheit, der Hund von Nebenan.

Wir haben vergessen, wie viel Angst das machen kann.

Und ist sie einmal in einem hoch gekrochen,

hat sich eingenistet, schon seit Wochen.

Dann hilft “Hab keine Angst“ doch nicht.

Aber vielleicht da sein, und ein nicht gelöschtes Licht.

Was, würden wir zuerst sehen, was sie gut können,

wie großartig sie sind?

Für ihre Stärken sind wir oft blind.

Was, wenn wir auf hörten uns Sorgen zu machen,

anfingen, über Missgeschicke gemeinsam zu lachen?

Was, würden wir ihre Talente weiter anfeuern,

statt gegen ihre Schwächen Nachhilfe an zu heuern?

Was, wenn wir sie spielen ließen,

so viel sie wollten,

so wild sie tollten?

Was, wenn sie laut sein dürften,

wenn sie beim Trinken schlürften?

Wenn wir sie schmatzen und singen ließen, ganz laut?

Wäre dann ihre Erziehung wirklich versaut?

Was, dürften sie den Nachtisch essen,

obwohl das Gemüse auf dem Teller liegen bliebe?

Ist Nachsicht nicht auch ein Teil von Liebe?

Was, wären wir hilfsbereit, wenn sie nach Hilfe fragen,

Statt „Das kannst du alleine“ zu sagen?

Wären sie wirklich am Ende verwöhnt, verdammt zur Unselbstständigkeit?

Oder macht es sie selbst zum Helfen bereit?

Was, wenn es keine Bedingung für unsere Zuneigung gäbe?

Wenn unbegrenzter Vorrat an Geduld in unserer Schublade läge?

Gleich neben der Schokolade und dem Humor,

kommt uns das wirklich so unmöglich vor?

Was, würden wir ihnen täglich sagen,

das sie richtig sind, so wie sie sind,

was macht das wohl mit einem Kind?

Auf einen Versuch kommt es an,

weil man, wenn man mit fühlt,

nicht viel falsch machen kann.

3 Kommentare zu „Was, wenn wir sie einfach Kind sein ließen?

  1. Ach wunderschön! Ja, was wäre wenn…

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Susanne, danke, es freut mich das Dir mein Text gefallen hat. Liebe Grüße

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