Für Dich

Mit stolz geschwellter Brust stehst Du da, mein Kind,

die Tränen in meinen Augen, das war ne Fliege oder der Wind.

Du hast so lange drauf gewartet, die Tage gezählt hundert mal,

Ich hab gehofft sie verstreichen langsam, die Zeit ließ mir keine Wahl.

Ich hatte immer große Angst Dich zu verlieren, wollte jedes Unglück vermeiden,

ich wusste ohne Dich sein wäre das schlimmste Leiden.

Ich dachte ich könnte Dich halten, doch Du entfernst Dich von mir,

Setztes einen Fuß vor den Andren,

jetzt bist Du da und ich bin hier.

Mir wird klar, ich verlier Dich jeden Tag ein Stück mehr,

Deine Selbstständigkeit ist schön, mein Verlust wiegt schwer.

Das gerade geborene Kind in meinem Arm,

so wunderbar weich und warm,

nur noch ein Geschöpf der Erinnerung, weg geflossen mit der Zeit,

für Abschied ist man nie bereit

Die „wilde Hilde“ fegte durch jeden Raum,

hing an jeder Stange, kletterte auf jeden Baum.

Selbst mit Gips Fuß nicht zu halten

und warst Du wütend, die Türen laut knallten.

Auch dieses Kind gibt es so nicht mehr,

deine Selbstständigkeit ist schön, mein Verlust wiegt schwer.

Die blonden Haare, in alle Richtungen stehn

schließ ich die Augen, kann ich`s noch vor mir sehn.

Mit Gummiepiefel an den nackten Füßen,

Du, im Garten, den Frühling begrüßen.

Nur noch ein Geschöpf der Erinnerung, weg geflossen mit der Zeit,

für Abschied ist man nie bereit.

Schon immer wild entschlossen,

die Fäuste geballt zum Kampf der Gerechtigkeit,

das machte nicht immer beliebt,

den Erwachsenen ging Deine Ehrlichkeit zu weit.

Und auch so mancher falsche Freund verletzte Dich sehr,

am Körper nicht, aber an der Seele schwer.

Und wieder ging ein Teil vom Kind sein fort,

in meinen Gedankenerinnerungsort.

Dein erster Schultag, es muss gestern gewesen sein,

Du fühltest Dich groß und warst noch so klein.

Es sind Tage vergangen, höchstens nur,

und jetzt stehst du da und hast Dein Abitur.

Das Kind von Damals gibt’s nicht mehr,

Deine Selbstständigkeit ist schön, mein Verlust wiegt schwer

Demnächst willst Du gehen, Abflug in die Selbstständigkeit,

Du bist reisefertig, und ich noch nicht bereit.

Ich muss Dich ziehen lassen,

so ist der Lauf der Zeit,

für Abschied ist man nie bereit.

Das Kind von Damals gibt’s nicht mehr,

Deine Selbstständigkeit ist schön,

mein Verlust wiegt schwer.

Aber nichts ist verloren

das weiß ich genau,

aus dem Kind wurde heimlich eine schöne, junge Frau.

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