Wir waren dann mal (fast) weg!

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Wir haben unseren Traum realisiert, wir sind auf den Bauernhof gezogen. Also fast, sozusagen auf Probe.

Vor einem Jahr traf ich eine flüchtig Bekannte im H&M. Wir unterhielten uns eine Weile, und sie erzählte, dass sie im nächsten Jahr einen längeren Urlaub plane, aber noch jemanden brauche, der auf den Bauernhof auf passt, auf dem sie mit ihrer Familie lebt. Ich teilte ihr mit, dass sie so eben jemanden gefunden habe, nämlich uns! Aus der Idee wurde schnell eine konkrete Sache und nun war es so weit, wir zogen für mehrere Wochen auf den Hof, der kein bewirtschafteter Betrieb mehr ist, sondern ein Resthof, mit Räumlichkeiten, die für Feste und Schulungen vermietet werden. Unsere Aufgaben waren daher überschaubar. Hühner Morgens raus und Abends rein, Schafzaun um stellen, Katze füttern und Rasen mähen. Dies, sehr zu Freude unseres 14 jährigen Sohnes, mit einem Aufsitzrasenmäher. Ich habe ihn schon lange nicht mehr so strahlen sehen!

Sehr zu meiner Freude, gab es keine Nachbarn, die sich über die Lautstärke unserer Kinder beschweren würden. Und so konnten sich alle drei aus toben. Lachen, rufen, schreien, mit dem Gokart Berge runter brettern.

Sie sind auf Bäume geklettert. Wie schön ihren Stolz und ihre Begeisterung zu sehen, wenn sie es nach unzähligen Versuchen endlich bis in die Baumkrone geschafft haben. Sie haben die unreifen Äpfel gepflückt und sich darüber gewundert, dass sie so sauer sind.

Sie haben Lagerfeuer mit uns gemacht, und Stockbrote in die Glut gehalten, bis sie außen schwarz und innen roh waren.

Sie haben Grashüpfer gejagt, und manchmal auch gefangen. Sie haben die Hühner vor dem Fuchs beschützt, und dabei auch nur ein kleines bisschen Angst gehabt.

Sie durften wach bleiben, bis die Sonne unter ging, über ihren Köpfen lautlose Fledermäuse entdecken, und beim Insekten jagen beobachten.

Sie konnten unseren aus gebüxten Hund nach Polizeieinsatz wieder in ihre Arme schließen und die aus gebüxten Kühe, die eines Morgens in „unserem“ Garten standen wieder zurück auf ihre Weide treiben. Und über die anschließende Treckerfahrt mit dem Bauern, wurde noch lange gesprochen.

Sich das Laubgebläse ins Gesicht halten, und die Wangen aufblasen oder flattern lassen, ist sicher auf Dauer gesundheitlich bedenklich, hat aber für herrlich, vor lachen, schmerzende Bäuche gesorgt.

Auch die Fluchtversuche unserer Kaninchen musste mehrere Male vereitelt werden, und der Glückliche, der es geschafft hatte, eines dieser wendigen Tierchen zu fangen, wurde als Held des Tages gefeiert.

Brombeeren schmecken am besten vom Strauch in den Bauch, und die Zucchini, selbst aus dem Garten geerntet, und klein geschnitten, ist ebenfalls eine Köstlichkeit.

Was für ein herrliches Kinderleben.

Unsere zwei großen Kinder sind übrigens zu hause geblieben, und haben die Zeit ohne elterliche Fürsorge genossen. Sie haben uns aber oft besucht.

Auch wir Erwachsenen sind auf unsere Kosten gekommen. Wir hatten endlich mal Zeit und Freiheit. Zeit um mit den Kindern zusammen zu sein, und die Freiheit nichts tun zu müssen.

Wir konnten die wunderschöne Landschaft genießen und nette Gespräche führen. Wir hatten Begegnungen mit Menschen, die wir nie kennen gelernt hätten, obwohl unser Haus nur vier Kilometer weit entfernt steht. Wir haben schöne Tage und Abende mit Leuten verbracht, die ähnlich ticken wie wir. Und wir haben gemerkt, das wir nur wenige von den Dingen brauchen, die unser Haus bevölkern, aber das der Haarföhn und der Espressoautomat lebensnotwendig sind.

Und jetzt sind wir wieder zu Hause. Die Enge der Reihenhaussiedlung hat uns wieder.

Ach, wir haben es ja auch schön hier, denke ich noch.

Die Kinder genießen die Freiheit der Sommerferien und spielen bis in die Abendstunden auf der Straße. Sie fahren Fahrrad, lachen, rufen sich etwas zu. Der „nette“ Nachbar von Gegenüber sitzt in seinem Vorgarten und ruft meinem Sohn auch etwas zu, nämlich:  „Halt die Fresse!“

Tausche Föhn und Espressoautomat gegen Wohnung auf dem Bauernhof…

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