Fünf Kinder, asozial!?

Als unsere Zwillinge noch klein waren, und im Kinderwagen geschoben wurden, löste unser Auftauchen, besonders bei älteren Damen, Begeisterung aus. Und wenn sich dann, auf Nachfrage, auch noch heraus stellte, dass es sich um ein Junge/ Mädchen Zwillingspaar handelt, war die Euphorie noch größer. Man freute sich mit uns, über die Tatsache, dass wir mit einem Schlag sowohl Sohn als auch Tochter bekommen hatten, und nun die „Vermehrung“ ein stellen konnten. Ich gebe zu, das es diplomatischer ausgedrückt wurde. Ich widersprach nicht, und nickte meist freundlich. Mein Mann hingegen, in seiner offensiven Art, antwortete dann, „Nein, nein, zu Hause haben wir ja noch drei Kinder“! Das war dann der Moment, in dem die freundliche Unterhaltung meist ein schnelles Ende fand. Gesichtsausdrücke zwischen Überraschung und Entsetzen, und vielleicht noch ein „oh, dann haben sie aber  viel Arbeit“, und zack machten sie sich mit ihrem Rollator aus dem Staub.

Fünf Kinder, dass überfordert Otto Normal als Information, und führt leider meist zu der Schlussfolgerung, dass es sich hier nur um „Asoziale“ handeln kann, die ihre verwahrlosten Rotzlöffel den ganzen Tag vor dem Fernseher parken, um im Schlafzimmer an der Produktion des nächsten Blag zu arbeiten. Die lustige Frage, ob wir auch noch andere Hobbys haben, hat schon das ein oder andere mal bei uns große Erheiterung ausgelöst, und auch die Feststellung, dass wir ja nun vom Kindergeld leben können, beantworten wir gerne mit einem beherzten „Ja“. Arbeiten gehen wir nur, damit wir nicht den ganzen Tag  mit den, aus versehen produzierten Kindern, zusammen sein müssen! Und ja, von Verhütung scheinen wir auch noch nichts gehört zu haben! Interessant, dass die meisten Menschen sich nicht nur die Vorurteile teilen, sondern auch die Lustigen Kommentare.

Nun ist es überraschender Weise so, dass wir uns bewusst viele Kinder gewünscht haben, und bis auf den Zufall (oder war es Gottes Humor?), dass bei der letzten Schwangerschaft Zwillinge entstanden sind, jedes einzelne Kind geplant und gewünscht war. Und auch das „Bonus“  Kind löste große Freude und Dankbarkeit bei uns aus.

Ja, natürlich macht eine so große Familie auch viel Arbeit, und ja, sie kostet auch viel Geld. Nein, unsere Kinder sind weder verwahrlost, noch ungebildet. Sie sind alle, in ihrer Art und Persönlichkeit eine unglaublich große Bereicherung für unser Leben. Und auch, wenn mich eins davon  gerade fürchterlich nervt, weil es während ich das hier schreibe, Nebenan auf dem Klavier herum hämmert, möchten wir keins davon missen.

 

 

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